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Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen in beide Richtungen: Neue Ergebnisse der großen Arbeitsmarktstudie von IZA und XING in Hamburg vorgestellt

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Hamburg, 7. März 2019 Mehr als sechs Stunden ihrer Freizeit verbringen Beschäftigte in Deutschland pro Woche im Schnitt mit beruflichen Aktivitäten. Umgekehrt entfallen durchschnittlich mehr als vier Stunden der formellen Arbeitszeit auf private Erledigungen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung im Rahmen der Studie „Arbeiten in Deutschland“ hervor, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) gemeinsam mit dem Karrierenetzwerk XING durchführt.

Die Digitalisierung schafft einerseits neue Möglichkeiten, Arbeitszeiten flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Andererseits lösen sich dadurch die Grenzen von Arbeit und Freizeit immer weiter auf. Die Ergebnisse der IZA/XING-Studie zeigen: Nur noch bei jedem fünften Beschäftigten sind diese Lebensbereiche klar voneinander getrennt.

Rund 64 Prozent der 1.859 befragten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen 25 und 54 Jahren gaben an, in ihrer Freizeit Tätigkeiten nachzugehen, die eher ihrer regulären Arbeitszeit zuzurechnen sind. Dazu zählen beispielsweise das Beantworten dienstlicher E-Mails oder die Beschäftigung mit Fachliteratur. Vier von zehn Arbeitnehmern verbringen damit mehr als zwei Stunden pro Woche.

Umgekehrt gaben zwei Drittel der Befragten an, sich während ihrer Arbeitszeit teilweise mit nichtdienstlichen Aktivitäten wie Online-Einkäufen oder privaten E-Mails zu beschäftigen. Rund 36 Prozent verbringen mehr als zwei Stunden ihrer wöchentlichen Arbeitszeit mit privaten Erledigungen. Insgesamt halten sich bei knapp der Hälfte der Befragten berufliche Tätigkeiten in der Freizeit und private Aktivitäten im Job etwa die Waage.

Laut IZA/XING-Studie neigen männliche Arbeitnehmer vergleichsweise häufiger dazu, Arbeit nach Dienstschluss oder Privates am Arbeitsplatz zu erledigen. Der Unterschied zu weiblichen Beschäftigten beträgt in beiden Fällen sechs Prozentpunkte. Jüngere Arbeitnehmer unter 35 Jahren verbringen mit rund acht Stunden knapp doppelt so viel Freizeit mit Beruflichem wie ältere Beschäftigte ab 45 Jahren.

IZA-Chef Hilmar Schneider, der die neuen Ergebnisse heute im Rahmen der XING-Veranstaltung „New Work Experience“ in Hamburg vorstellt, sieht durch die Vermischung von Arbeit und Freizeit auch die Definition und Erfassung von Überstunden erschwert. „In der digitalen Arbeitswelt geht der Trend zur Vertrauensarbeitszeit, aber auch zur Pauschalvergütung von Überstunden“, sagt Schneider. Unternehmen und Beschäftigte seien gefragt, mit der neu gewonnenen Flexibilität verantwortungsvoll umzugehen und bedarfsgerechte Lösungen zu finden, von denen beide Seiten profitieren.Weitere Details zur Studie im IZA Newsroom:https://newsroom.iza.org

 

Über die IZA/XING-Studie „Arbeiten in Deutschland“

Die Studie „Arbeiten in Deutschland“ wurde Anfang 2017 vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) und XING gestartet. Anfang 2019 wurde bereits die dritte Befragungswelle dieser gemeinsamen Initiative abgeschlossen, um vor dem Hintergrund des fortschreitenden Wandels der Arbeitswelt neue Erkenntnisse über die Zukunftsperspektiven der Bevölkerung in Deutschland zu gewinnen. Die IZA/XING-Studie setzt sich aus zwei Befragungsteilen zusammen: Einer nationalrepräsentativen Online-Umfrage mit rund 3.000 Teilnehmern sowie einer Online-Befragung von bis zu 6.000 zufällig ausgewählten XING-Mitgliedern.

Bislang sind folgende Ergebnisse erschienen:

  • Verantwortung, Flexibilität und neue Freiräume im Job werden geschätzt – aber nicht von allen
  • Verbreiteter Optimismus in der Rentenfrage
  • Beschäftigte in Deutschland haben keine Angst vor der Digitalisierung
  • Neue Arbeitswelt: Arbeitszeitgesetz verliert an Bedeutung
  • Homeoffice auf dem Vormarsch

 

Über das IZA

Als unabhängiges ökonomisches Forschungsinstitut betreibt und organisiert das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) seit 1998 von seinem Sitz in Bonn aus empirisch fundierte Arbeitsmarktforschung und Politikberatung, um Antworten auf die arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen unserer Zeit zu liefern. Das von der Deutsche Post Stiftung geförderte Institut stellt faktenbasierte Forschungsergebnisse der internationalen Arbeitsökonomie bereit und liefert auf dieser Grundlage handlungsrelevante Erkenntnisse für Politik und Gesellschaft, die über verschiedene Publikationsreihen und die innovative Online-Plattform IZA World of Labor frei zugänglich sind. Dazu kooperiert das IZA mit einem Netzwerk von rund 1.500 Spitzenforschern aus aller Welt – dem größten Wissenschaftlernetzwerk in der Ökonomie und einem der größten Forschungsnetzwerke überhaupt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.iza.org.

IZA

Mark Fallak

Head of Communications

fallak@iza.org

Tel +49 228 3894 223

 

Über XING

Das führende soziale Netzwerk für berufliche Kontakte im deutschsprachigen Raum begleitet seine Mitglieder durch die Umwälzungsprozesse der Arbeitswelt. In einem Umfeld von Fachkräftemangel, Digitalisierung und Wertewandel unterstützt XING seine mehr als 15 Millionen Mitglieder dabei, Arbeiten und Leben möglichst harmonisch miteinander zu vereinen. So können die Mitglieder auf dem XING Stellenmarkt den Job suchen, der ihren individuellen Bedürfnissen entspricht, mit den News-Angeboten von XING auf dem Laufenden bleiben und mitdiskutieren oder sich auf der multimedialen Plattform nwx.xing.com über die Veränderungen und Trends der neuen Arbeitswelt informieren. Anfang 2013 stärkte XING mit dem Kauf von kununu, der marktführenden Plattform für Arbeitgeberbewertungen im deutschsprachigen Raum, seine Position als Marktführer im Bereich Social Recruiting. 2003 gegründet, ist XING seit 2006 börsennotiert und seit September 2011 im TecDAX gelistet. Die Mitglieder tauschen sich auf XING in knapp 90.000 Gruppen aus oder vernetzen sich persönlich auf einem der mehr als 130.000 beruflich relevanten Events pro Jahr. XING ist an den Standorten Hamburg, München, Barcelona, Wien, Porto, Valencia und Zürich vertreten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.xing.com.