24.06.2026 | XING

Umfrage von XING und forsa: Jeder zweite Erwerbstätige lehnt Arbeiten über Renteneintrittsalter hinaus ab

Umfrage von XING und forsa  

 

Jeder zweite Erwerbstätige lehnt Arbeiten über Renteneintrittsalter hinaus ab  

 

  • 50 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten wollen nicht länger arbeiten als nötig, 33 Prozent wollen sogar noch vor dem regulären Rentenalter aufhören 
  • 44 Prozent können sich dagegen eine Weiterarbeit im Rentenalter grundsätzlich vorstellen 
  • Am offensten dafür sind Befragte der Baby-Boomer-Generation: Für 52 Prozent käme es „auf jeden Fall“ oder „wahrscheinlich“ in Frage 
  • Maßgebliche Gründe sind geistige Fitness, soziale Kontakte und persönliche Sinnerfüllung 
  • Dr. Julian Stahl, XING Arbeitsmarktexperte: „Wer Menschen über das Rentenalter hinaus im Arbeitsleben halten will, muss Flexibilität und Sinn bieten 

 

Hamburg, 24. Juni 2026 Die Diskussion über ein späteres Renteneintrittsalter nimmt wieder Fahrt auf. Während Politik und Wirtschaft darüber beraten, wie das Rentensystem stabilisiert und dem Fachkräftemangel begegnet werden kann, zeigt eine aktuelle XING-Befragung: Viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigte stehen einer Weiterarbeit nach dem regulären Renteneintritt skeptisch gegenüber. Jeder Zweite kann sich „wahrscheinlich nicht“ (32 %) oder „auf keinen Fall“ (18 %) vorstellen, nach Erreichen des regulären Rentenalters weiterhin beruflich tätig zu sein. Gleichzeitig gibt es ein relevantes Potenzial für freiwillige Weiterarbeit: 44 Prozent der befragten Beschäftigten wären dazu auf jeden Fall“ (11 %) oder wahrscheinlich“ (33 %) bereit. Diese Ergebnisse gehen aus der XING Wechselwilligkeitsstudie 2026 hervor, für die das Meinungsforschungsinstitut forsa 3.418 abhängig Beschäftigte ab 18 Jahren in Deutschland befragt hat.  

 

Besonders offen für eine Weiterarbeit nach dem regulären Renteneintritt sind die Befragten aus der Baby-Boomer-Generation (Geburtsjahre 1946 bis 1964): 52 Prozent von ihnen beantworten die Frage „Können Sie sich vorstellen, nach Erreichen des regulären Rentenalters weiterhin beruflich tätig zu sein?“ grundsätzlich positiv. 20 Prozent wollen „auf jeden Fall und 32 Prozent wahrscheinlich im Arbeitsleben bleiben. 43 Prozent sagen, dass sie es sich eher nicht vorstellen können, nach Erreichen des Renteneintrittsalters weiterzuarbeiten; nur 14 Prozent wollen das auf gar keinen Fall.  

Für Befragte aus der Generation X (1965-1980) kommt ein Weiterarbeiten über das reguläre Rentenalter hinaus dagegen am wenigsten in Frage: 56 Prozent von ihnen schließen dies eher (36 %) oder klar (20 %) aus. Zwischen Männern und Frauen zeigen sich diesbezüglich keine Unterschiede: 44 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen können sich grundsätzlich vorstellen, nach Erreichen des regulären Rentenalters weiterzuarbeiten.  

 

Soziale Aspekte schlagen finanzielle Anreize 

Für diejenigen, die sich eine Weiterarbeit nach dem regulären Renteneintritt vorstellen können, stehen nicht in erster Linie finanzielle Gründe im Vordergrund. Hauptgrund ist, dadurch fit im Kopf zu bleiben (67 %), gefolgt von sozialen Kontakten (59 %) und persönlicher Sinnerfüllung (52 %). Finanzielle Notwendigkeit, etwa weil die monatliche Rente nicht ausreicht, folgt mit 44 Prozent. Auch flexible Arbeitszeitmodelle, zum Beispiel eine reduzierte Stundenzahl, spielen für gut ein Drittel eine Rolle (35 %). Auffällig ist dabei der Geschlechterunterschied: Finanzielle Notwendigkeit ist für Frauen häufiger als für Männer Grund dafür, nach Erreichung des regulären Rentenalters weiterhin beruflich tätig zu sein (51 % vs. 39 %). Für Männer sind dagegen steuerliche Anreize (23 % vs. 12 %) und staatliche Prämien oder Förderungen attraktiver als für Frauen (21 % vs. 10 %) 

 

Nach der Rente arbeiten? Vor der Rente aufhören! 

Bei der XING Wechselwilligkeitsstudie 2025 konnten die befragten Beschäftigten angeben, wie lange sie planen, noch beruflich tätig zu sein. Und auch hier zeigte sich, dass längere Erwerbszeiten für viele Beschäftigte keine Selbstverständlichkeit sind: Denn 33 Prozent gaben an, noch vor dem regulären Renteneintrittsalter aufhören zu wollen.  

Länger arbeiten kann man politisch beschließen. Ob Menschen ihre Erfahrung gerne weiter einbringen, entscheidet sich aber im Arbeitsalltag“, so XING Arbeitsmarktexperte Dr. Julian Stahl. „Wer Menschen über das Rentenalter hinaus im Arbeitsleben halten will, muss Flexibilität und Sinn bieten. Die Bereitschaft ist da – aber sie braucht die richtigen Bedingungen. Sonst wird aus einer freiwillig und hochmotiviert erbrachten Leistung nicht nur eine Verpflichtung, sondern schnell eine bloße Pflichtübung.  

 

Frage: Können Sie sich vorstellen, nach Erreichen des regulären Renteneintrittsalters weiterhin beruflich tätig zu sein? 

Gesamt 

Männer 

Frauen 

Babyboomer 
1946-1964 

Gen X 
1965-1980 

Gen Y 
1981-1996 

Gen Z 
1997-2012 

Wahrscheinlich/auf jeden Fall: 

44 % 

44 % 

43 % 

52 % 

40 % 

44 %  

41 % 

wahrscheinlich nicht/auf keinen Fall:  

50 % 

50 % 

50 % 

43 % 

56 % 

50 % 

45 % 

 

 

Über die Studie
forsa-Online-Umfrage im Dezember 2025 und Januar 2026 unter 3.418 volljährigen, sozialversicherungspflichtigen Erwerbstätigen (Arbeitende und Angestellte) in Deutschland im Auftrag von XING.
Die forsa-Studie zur Wechselbereitschaft im Auftrag von XING wird seit 2012 erhoben. 
Sie befasst sich mit Themen wie der Arbeitszufriedenheit und der Wechselbereitschaft von Beschäftigten sowie den Wünschen von Beschäftigten an Arbeitgeber. Zum Studiendesign gehört dabei ein modularer Fragebogen mit einem festen, wiederkehrenden Fragenteil für den Zeitvergleich sowie variablen Fragen, die auf aktuelle Entwicklungen Bezug nehmen. Alle in der Erhebung gemessenen Werte unterliegen einer statistischen Fehlertoleranz.
Weitere Informationen finden Sie hier: New Work SE | Pressemitteilungen.
Eine vertiefende Analyse sowie weiterführende Recruiting-Trends finden Sie im Whitepaper zur Studie 2026: https://recruiting.xing.com/de/downloads/generationen-recruiting-forsa/

 

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Anika Gottschalk

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